Hilfe, die Leben rettet

MKK und Lions Club reagieren auf den wachsenden medizinischen Bedarf in der Ukraine und unterstützen weiterhin mit medizinischen Hilfsgütern

Minden, 15. Juni 2026. Tag für Tag kämpfen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte in der Ukraine darum, die medizinische Versorgung unter den Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten. Zum Teil sehr beschädigte Krankenhäuser, unterbrochene Lieferketten und ein hoher Bedarf an Notfall- und Traumaversorgung prägen vielerorts den Alltag der betroffenen Menschen. Auch mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges sind medizinische Hilfsgüter, Medikamente und technische Ausstattung dringend erforderlich, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Vor diesem Hintergrund setzen die Mühlenkreiskliniken gemeinsam mit dem Lions Club Porta Westfalica ihr Engagement für die Ukraine weiter fort. Sie unterstützen Hauptorganisator Serhii Tabulovych bei seinen gezielten Hilfstransporten und möchten auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung in den Kriegsgebieten leisten.

Aktuell bereitete das Team im Mai 2026 einen weiteren Hilfstransport für die Ukraine vor und brachte ihn anschließend auf den Weg. „Wir sind stolz darauf, inzwischen bereits den 25.Transport mitorganisiert und erfolgreich mitrealisiert zu haben“, betont Professor Dr. Hans-Jürgen Piechota, Ärztlicher Direktor des Johannes Wesling Universitätsklinikums und Mitinitiator der Spendenaktion.

Mit der letzten Lieferung konnten beispielsweise Medikamente und medizinische Hilfsmittel im Gesamtwert von rund 10.000 Euro bereitgestellt werden. Zu den Inhalten gehörten unter anderem umfangreiche Bestände an intravenösen und enteralen Ernährungslösungen sowie Verbrauchsmaterialien für die klinische Ernährung. Darüber hinaus wurden periphere und zentrale Venenkatheter, Magen- und Ernährungssonden sowie weiteres dringend benötigtes medizinisches Zubehör in die Ukraine gebracht.

Außerdem wurden Verbrauchsmaterialien für die Notfallmedizin geliefert, darunter Beatmungsschläuche, Vakuumschienen und Beatmungsbeutel. Ebenfalls enthalten waren Verbandsmaterialien für komplizierte Wunden, OP-Verbrauchsmaterialien, verschiedene Medikamente für die Intensivmedizin sowie Gehwagen für die Rehabilitation.

Die Situation in der Ukraine stellt die medizinische Versorgung weiterhin vor enorme Herausforderungen. Anästhesist und Organisator der Hilfstransporte Serhii Tabulovych weiß, von was er spricht, wenn er von der Situation vor Ort erzählt: „Es ist leider erschreckend, dass insbesondere die Angriffe auf Städte und Wohngebiete in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen haben. Immer häufiger werden dabei schwere Drohnen und Raketen gegen zivile Infrastruktur eingesetzt. Die Folgen sind verheerend: Zahlreiche Menschen erleiden schwerste Verletzungen, Krankenhäuser und Rettungsdienste arbeiten vielerorts an ihrer Belastungsgrenze.“

Besonders besorgniserregend sieht er die zunehmende Anwendung sogenannter Mehrfachangriffe. Dabei erfolgt nach einem ersten Einschlag kurze Zeit später ein weiterer Angriff, wodurch auch Feuerwehr-, Rettungs- und Bergungskräfte in Gefahr geraten. Die Zahl der Schwerverletzten steigt dadurch erheblich, während gleichzeitig die Anforderungen an die medizinische Versorgung wachsen.

„Wir beobachten einen deutlich steigenden Bedarf an Materialien für die Notfall- und Traumaversorgung. Viele Verletzungen müssen unmittelbar vor Ort behandelt werden, um Leben zu retten. Gleichzeitig benötigen die Krankenhäuser zusätzliche intensivmedizinische Ressourcen für die Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten“, erklärt Serhii Tabulovych.

Vor diesem Hintergrund bereitet Serhii Tabulovych zusammen mit seinem Team aus einigen Fahrern und einem mehrköpfigen Ärzteteam aus Oldenburg und anderen hilfsbereiten Menschen bereits den nächsten Hilfstransport vor. Dieser soll voraussichtlich in etwa zwei Monaten Minden in Richtung Ukraine verlassen und einen besonderen Schwerpunkt auf die Notfall- und Militärmedizin legen. Während der letzte Transport ausschließlich mit gespendeten Hilfsgütern bestückt war, müssen für den kommenden Transport zahlreiche Materialien zusätzlich beschafft werden.

Geplant ist vor allem das Beschaffen von Tourniquets zur lebensrettenden Blutstillung, speziellen Druckverbänden für schwere Wunden, blutstillenden Verbandsmaterialien sowie weiterer Ausrüstung für die präklinische Notfallversorgung. Darüber hinaus werden intensivmedizinische Verbrauchsmaterialien benötigt, um die Behandlung schwer verletzter Patientinnen und Patienten in den ukrainischen Krankenhäusern zu unterstützen.

„Die medizinischen Anforderungen verändern sich mit der Lage vor Ort. Deshalb passen wir unsere Hilfslieferungen kontinuierlich an den tatsächlichen Bedarf an. Unser Ziel ist es, dort zu helfen, wo die Unterstützung am dringendsten benötigt wird“, betont der Anästhesist.

„Die Bilder und Berichte aus der Ukraine zeigen uns jeden Tag, dass die Menschen dort weiterhin auf Unterstützung angewiesen sind. Als Lions Club sehen wir es als unsere Verantwortung, dort zu helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird – auch über die regionalen Grenzen hinaus. Gemeinsam mit den Mühlenkreiskliniken können wir sicherstellen, dass lebenswichtige medizinische Materialien die Menschen erreichen, die sie am dringendsten brauchen“, so Professor Dr. med. Marcus Wiemer, Präsident des Lions Clubs Porta Westfalica.

Ihre Unterstützung kann Leben retten!

Spenden Sie Geld auf das Konto der Fördergesellschaft des Lions Clubs Porta Westfalica e.V.: IBAN DE83 4905 0101 0040 0450 15 und nutzen Sie dabei das Stichwort „Ukrainehilfe MKK“. Von dem Geld werden ohne Abzüge Arzneimittel und medizinischer Sachbedarf sowie Gerätschaften gekauft und über die ukrainische Kirche an Partnerkrankenhäuser der Mühlenkreiskliniken geliefert. Weitere Informationen unter www.muehlenkreiskliniken.de/spende

Spendenbescheinigungen können ab einem Betrag über 200 Euro ausgestellt werden (bitte Adresse angeben). Unterhalb der Grenze gilt der Zahlungsnachweis als Spendenquittung beim Finanzamt.

Mit der letzten Lieferung konnten Anästhesist und Hauptorganisator Serhii Tabulovych (links) und sein Team beispielsweise Medikamente und medizinische Hilfsmittel im Gesamtwert von rund 10.000 Euro bereitgestellt werden.